Dienstag, Februar 17, 2015

Australienrundreise 2011 Teil 03 - Melbourne und die Great Ocean Road



Wir hangeln uns langsam an der Südküste Australiens von West nach Ost. Und so ging es mit einem weiteren Flug von Adelaide nach Melbourne.
Melbourne ist die Hauptstadt von Victoria und mit ca. 4,2 Mio. Einwohnern die zweitgrößte Stadt Australiens.
Die Stadt ist für „Stadt-Muffel“ wie mich schon interessanter als z.B. Adelaide, vor allem wegen der vielen sehr schön angelegten Parks. Die Menschen in Melbourne lieben Blumen und das sieht man auch.
Bei unserem Aufenthalt war das Thema gerade Orchideen :-)


In einer der Parkanlagen, genauer gesagt in den "Fitzroy Gardens" die bereits 1848 auf 26 Hektar angelegt wurde, kann man sich "Captain Cooks' Cottage" das ansehen.
Cook's Cottage ist das einzige im 18. Jahrhundert erbaute Gebäude in Melbourne. Ursprünglich wurde es 1755 in Yorkshire (England) erbaut. 1933 wurde es abgebaut und nach Australien transportiert. 
Viele Menschen erinnert es an den Entdecker der australischen Ostküste, James Cook, der Melbourne und Victoria allerdings nie betreten hat. 
Cook's Cottage wurde von seinen Eltern gebaut und später auch besessen, ob James Cook das Haus je gesehen hat, weiß man nicht. 




Und so stößt man bei einem gemütlichen Spaziergang durch den Park auf dieses kleine „Hexen“-Häuschen. Hätte man mir nicht gesagt, dass es sich dabei um das Haus von Mr. Cook handelt, hätte ich es wohl nicht weiter beachtet.

Die Besichtigung kostet Eintritt und ist nicht unbedingt ein „Must-See“. Das Innere des Hauses wurde restauriert oder nach historischem Vorbild rekonstruiert. Rund um das Haus ist ein Bauerngarten im Stil der Zeit angelegt, am Flaggenmast weht der Union Jack, unter dem Captain Cook segelte und Australiens Osten für Großbritannien in Besitz nahm.

Wie gesagt es ist ganz nett, aber wenn einen solche alten Nachbauten nicht so wirklich interessieren kann man sich den Eintritt sparen und das Häuschen einfach einmal kurz von außen betrachten.

Nach diesem kleinen Ausflug in die Vergangenheit ging es weiter zu einem von Melbournes beliebtesten Vororten. 



St. Kilda liegt ca, 6 km südlich von Melbourne und ist besonders beliebt bei Backpackern, da die Übernachtungspreise hier noch human sind. Außerdem gibt es hier eine wirklich schöne Strandpromenade.


Nach einer recht kurzen Nacht (Mein Zimmer war in der obersten Etage direkt neben dem Fahrstuhl) sollte es am nächsten Tag auf die „Great Ocean Road“ gehen. Obwohl seit meiner Ankunft ein Highlight das nächste jagte war die Vorfreude hier noch einmal etwas größer, denn über diese Tour hatte ich schon vorher einiges gelesen und konnte mir vorstellen, was da auf mich zukam.



Vielleicht war es genau diese Vorfreude, die mir dann erstmal ein langes Gesicht bescherte, denn schon vom Bett aus hörte ich das verdächtige leise Platschen, das sich nach einem Blick aus dem Fenster bestätigte.

Es regnete!

Wie konnte es denn ausgerechnet heute, wo wir eine der schönsten Küstenstraßen der Welt befahren wollten, regnen?

Naja, was soll man machen…Schnute ziehen und in den tiefsten Tiefen des Koffers nach der Regenjacke gesucht (die ich im Übrigen nur dabei hatte, weil es in Deutschland bei der Abreise so elendes Wetter hatte).

Meine Mitreisenden waren ähnlich begeistert wie ich von dem Regen, aber es half ja nichts. Wir sprachen uns also gegenseitig Mut zu und marschierten zum Bus.

Zu unser aller Überraschung und Freude wurde es mit jedem Kilometer den wir uns von der Stadt entfernten schöner, bis schließlich die Wolken aufrissen und uns einen strahlend blauen Himmel präsentierten.

Das erste Highlight des Tages war der Stopp bei den Papageien. Die haben uns regelrecht überfallen und sind auf einem herumgehüpft. Einige Damen aus der Gruppe fanden das eher weniger witzig und sind etwas hysterisch, verfolgt von einer Schar Papageien die das Futter haben wollten, durch die Gegen gelaufen. Das fand ich persönlich dann noch lustiger. Allerdings war ich schon froh, dass da kein Malheur passiert ist, während die auf mir herumgeklettert sind.



Danach ging es dann endlich auf die Küstenstraße.

Die „Twelve Apostles“ sind wohl eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Australiens und bestimmt schon millionenfach fotografiert. Die Kalksteinfelsen ragen vor der Küste bis zu 60 m in die Höhe.
Eigentlich bestanden die "12 Apostel" nur aus 9 Kalksteinsäulen, eine ist allerdings 2005 in sich zusammen gebrochen (auf dem Bild sieht man unten links noch die Überreste...), so dass es jetzt nur noch 8 sind...
Trotzdem fand ich die Felsen sehr beeindruckend und habe sie natürlich, wie jeder andere auch, fotografiert.


Die "Great Ocean Road" hat aber noch mehr zu bieten als nur die "Twelve Apostles". Zum Beispiel die "Loch Ard Gorge"
Die Schlucht wurde nach dem Klipper Loch Ard benannt, der nahe Muttonbird Island am 1. Juli 1878 vor dem Ende einer dreimonatigen Schiffsfahrt von Großbritannien nach Melbourne im Nebel auf Grund lief und sank. Von 54 Passagieren und der Mannschaft überlebten nur Tom Pearce, ein Schiffsjunge, und Eva Carmichael, eine Irin, die mit ihrer Familie einwandern wollte.


Der "Loch Ard Gorge" ist eine Klippe, der "Island Archway" vorgelagert. Auch hier nagt der Zahn der Zeit bzw. Wind und Wetter an den Klippen. 
2009 stürzte der Brückenbogen ein. Interessanterweise findet man in Australien-Kalendern immernoch den unversehrten Bogen. Vermutlich macht der sich auf Bildern einfach besser als ein "Brückenbogen" ohne Bogen...


Irgendwie hatte ich nur zusammengebrochene Bögen, denn auch die nächste Sehenswürdigkeit, der sogenannte "London Arch" (früher hieß er mal "London Bridge") ist nicht mehr ganz heile. 1990 brach einer der Doppelbögen zusammen und trennte den Felsen vom Festland. 
Unglücklicherweise befanden sich beim Einsturz noch zwei Touristen auf dem Felsen, die dann mit dem Helikopter gerettet werden mussten.


Wer die Zeit hat und auf eigene Faust die "Great Ocean Road" entlang fährt kann hier bestimmt noch sehr viel mehr entdecken. Für uns ging es nun leider wieder zurück nach Melbourne, denn am nächsten Tag mussten wir schließlich unseren Flug nach Sydney erwischen.


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